Der Podcastsommer naht - Warum Radio trotzdem ein cooles Medium bleibt

Man sagt ja: "Totgesagte leben länger!" Der ein oder andere Podcastexperte sieht sich mit seinem Radioabgesang beim aktuellen digitalen Audiohype bestätigt.

Der Podcast-Sommer naht! Schlagzeilen von großen Playern überschlagen sich. Bertelsmann gründet eine eigene Audio-Tochter, Spotify investiert dreistellige Millionenbeträge in Podcastdienstleister und iTunes platzt förmlich aus allen Nähten. Studien zeigen sogar, dass Nutzungssituationen von Podcasthörern im Grunde genau denen von Radiohörern entsprechen, was nichts anderes heißt, als dass ein Konsument nur eins von beidem zu einem bestimmten Zeitpunkt hören kann.

 

Jetzt kommt das große "ABER":

 

Wenn man genauer hinschaut, dann kann Radio genau das, was viele Hörer immer noch so lieben. Es ist schneller und aktueller, Moderatoren sind oftmals gut ausgebildet und ich bekomme gutes Programm serviert, ohne dass ich mich selbst kümmern muss. Nicht zu unterschätzen!

Und dazu kommen die Dinge, die ich mir als Podcast schwer vorstellen kann. Ein Beispiel: Sebastian Fitzek bringt mit "Auris" - zusammen mit Autor Vincent Kliesch - ein neues Buch auf den Markt.

 

Matthias Hegel ist Audio-Profiler und hilft der Polizei bei der Mördersuche – indem er Tonaufnahmen der Täter analysiert. Er kann damit auf Statur, Alter und sogar den Beruf schließen. Der Audio-Experte, der selbst unter Mordverdacht steht, ist die Hauptfigur.

 

Wenn ein Moderator nun Sebastian Fitzek fragt, wie gut sein Gehör eigentlich ist, dann bin ich auf die Antwort gespannt. Stars beim Radio mit kurzen, knackigen O-Tönen - das macht doch Spaß.

Und in diesem kleinen Beispiel ist Aktualität, Promifaktor, Buchempfehlung und Unterhaltung in 2:00 Minuten erzählt. Kann ich mir im Auto gut vorstellen. Macht für mich Sinn und würde mir ehrlich gesagt fehlen, wenn es das nicht mehr gäbe.

Klar kann man sich streiten über Formatradio, Comedy oder Moderatoren, die den eigenen Geschmack nicht treffen... aber auch, wenn der Podcastsommer naht: Radio wird überleben - auch länger als der kommende Winter!